Von allen Mails sind laut e-facts 42% Spam und 18,2 % Massenmail (sog. Bulk). Nur ein Drittel (29,2%) des täglichen Mailaufkommens dürfte saubere Mail sein, folgt man den Zahlen von expurget.net in der Veröffentlichung des Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (e-facts, Nr. 17|Februar 2006). Bei rund 8 % handelt es sich gar um schadbehaftete Post: Vireninfizierte Mail (4,3%) und gefährliche Anhänge (3,9%) gefährden dadurch zusätzlich unsere Rechner.
Für jede Technik, die bislang erfunden wurde, um dem Problem täglicher Überschüttung mit Werbemails effektiv zu begegnen, gab es bislang sehr schnell eine Umgehungslösung. Die Regelungsversuche (z.B. Zustimmung durch Adressat lt. § 7 UWG auch geläufig als Permission Marketing) greifen in einer globalen Welt mit frei flottierenden Absendern deutlich zu kurz. Nur 1,8% der unerwünschten Werbemails stammen aus bundesdeutschen Verteilern. Die Mehrzahl kommt aktuell aus USA und China (24.5% und 22,3%). Der Krampf wird also weitergehen.
Besser als sie bekämpfen, ist es Spam zu vermeiden oder wirksam zu ignorieren. Was ist zu tun?
Legen Sie sich einen alternativen E-Mail Account an, wenn es sich nicht vermeiden lässt, dass Sie sich registrieren lassen oder Ihre Adresse in einem öffentlichen Forum angeben. Maskieren Sie Ihre E-Mail auf Ihrer Webseite oder kodieren Sie sie zumindest im Quelltext etwa mit Hilfe von ASCII-Format oder Javascript. Einen entsprechenden ASCII Encoder finden Sie unter www.wbwip.com/wbw/emailencoder.html. Allerdings hält dies nur einfache Suchrobots ab Ihre Mail zu entschlüsseln. Achten Sie auch darauf, dass niemand Sie und Ihr Webangebot missbraucht, um Mails zu versenden. Verzichten Sie im Zweifelsfall lieber auf Mailformulare (Mail-Form-Versand), falls Sie nicht sicher sind, dass diese gegen Missbrauch weitgehend geschützt sind (z.B. Selektive Aussonderung von Robots über Captcha).
Die meisten E-Mail-Programme bieten heute sogenannte Junk-Mail Filter an. Mit diesem oft lernfähigen Bordmittel können Sie im Alltagsgebrauch schon recht wirksam Spam aussortieren, ohne den Finger zu rühren. Ein bewährter Filter ist das Identifizieren erwünschter Mails mit Hilfe der Einträge des Adressbuches (Eine Form des sog. Whitelistings). Wie man Filter einrichtet, dazu haben wir ein kleines Tutorium für das Mailprogramm Mozilla Thunderbird erstellt (Siehe Download im Anhang: Zum Abspielen der Flash-Filmdatei benötigen Sie den Flash-Player oder ein entsprechendes Browser-Plugin; alternativ steht Ihnen eine Datei im PDFormat zur Verfügung - hierzu benötigen Sie den Acrobat Reader oder ein entsprechendes Browser-Plugin).
Versuchen Sie erst gar nicht Spam ab zu bestellen. Schon der Blick auf die Herkunft des Begriffes aus einem Sketch der Komikergruppe Monty Python, mag Sie daran gemahnen. Dort versucht der Gast auch verzweifelt ein Gericht ohne SPAM (Bezeichnung für Dosenfleisch aus spiced ham) zu erhalten, mit dem Ergebnis, dass er immer mehr davon angeboten erhält.
Was Sie tun können, ist über das Anzeigen des Mailheaders (der Mailkopf mit Angaben über Mailservice und Verteiler) die IP-Adresse des Absenders erfahren. Mittels einer sog. WhoIs- Recherche können Sie den Provider ermitteln und diesen sollten Sie über den Missbrauch (engl. abuse) benachrichtigen versuchen. Häufig richten Administratoren heute dazu eine speziellen Benachrichtigungskanal ein (z.B. abuse@provider.com)
Weiterhin können Sie Spam bei einer Beschwerdestelle melden:
Generell gilt es für jeden Anwender/Nutzer von Mailprogrammen einige prinzipielle Antispam-Verhaltensregeln zu beachten
Zusätzlich können verschiedene Strategien und Techniken eingesetzt werden, wie Sie dem heutigen Kenntnisstand entsprechen. Sie setzen Sachverstand voraus und sollten von Profis angelegt oder geprüft werden.
Für Privatanwender, Selbständige, kleine Unternehmen und öffentliche Einrichtungen (z.B. Schulen) empfiehlt das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnologie (BSI) Maßnahmen, die sich in erster Linie auf den Umgang mit der Mailadresse und den Inhalt (Heuristiken, Statistische Verfahren) konzentrieren.
Insbesondere ist auf die schon erwähnten Verhaltensstandards zu achten, damit Mailadressen nicht in falsche Hände gelangen. Fast jeder Internet-Service-Provider (ISP) bietet einen integrierten Spamschutz mit separaten Spam-Ordnern (Basieren meist auf Heuristiken). Nutzen Sie diese serverseitigen Verfahren. Setzen Sie Mailclients wie den besagten Mozilla Thunderbird ein, die Ihnen zusätzlichen Schutz durch lernfähige Filter (statistische Verfahren) bieten.
Für größere Organisationen wie mittelständische Firmen, Verwaltungen und Großunternehmen empfiehlt sich allerdings in jedem Fall mehr zu tun. Dazu zählt u.a. einen umfassenden Katalog an Spam-Maßnahmen auf zu stellen und umzusetzen. Damit wird nicht nur Spam vermieden, sondern auch die IT-Sicherheit erhöht und Schäden vorgebeugt.
Wir informieren Sie gerne ausführlich und unverbindlich über wirksame Lösungen zur Reduktion der Risiken und Kosten, die von Spam ausgehen.